Seit 1985 wird jährlich
von CAMPUS 2000 (dann: CampusWorld, jetzt AngliaCampus),
einem englischen Computernetzwerk für Schulen, zusammen mit
der Londoner TIMES der International Newspaper Day
veranstaltet. Die teilnehmenden Schulen erhalten ab 9 Uhr
morgens über Computer, Modem und Telefonleitung aktuelle
Agenturmeldungen der Times, aber auch von deutschen und
französischen Presseagenturen. Ziel ist es, am Abend eine
englischsprachige Zeitung in den Druck zu geben, die am nächsten
Morgen verkauft wird. Die erste Ausgabe der THE ULRICIANUM
TIMES entsteht am 8. März 1989 in einem fürchterlichen
Chaos von Notizblöcken, Disketten und Wörterbüchern, aber
um 18.00 Uhr gehen sechs Zeitungsseiten in den Druck zur
Lokalzeitung. Dank der Unterstützung dieser Zeitung und
einiger Auricher Firmen werden die Druckkosten für eine
Auflage von Tausend Exemplaren abgedeckt, die am nächsten
Morgen in der Schule und der Innenstadt von den begeisterten
Schülern der Zeitungstruppe verkauft werden. "THE
ULRICIANUM TIMES, the only English newspaper in town.
Latest news from all over the world!", klingt es
allerorten: Eine nunmehr zehnjährige Zeitungsgeschichte hat
ihren Anfang genommen.
Vier Wochen später die
Sensation: Wir haben mit unserer ersten Ausgabe den
Wettbewerb gewonnen, der mit dem International Newspaper Day
verbunden ist, und gewinnen den First European Prize:
Eine Einladung zur Preisverleihung ins Londoner Science
Museum, eine vergoldete und gerahmte Titelseite unserer
Zeitung und einen nagelneuen Computer. Dieser Erfolg spornt
die Schüler und meinen Kollegen Hans-Jürgen Westermayer
und mich so an, daß eine Arbeitsgemeinschaft gegründet
wird, die die technische und sprachliche Qualität der THE
ULRICIANUM TIMES verbessern will. Das ist auch gelungen,
denn mit der zweiten Ausgabe gewinnen wir im Herbst 1989 den
First International Prize, der wiederum mit einer
Einladung nach London verbunden ist. Weitere Ausgaben
folgen, die immer von der Londoner Jury, aus
TIMES-Redakteuren bestehend, hoch gelobt werden, aber der
dritte Gewinn läßt bis zur neunten Ausgabe im März 1995
auf sich warten, schließlich ist auch die Konkurrenz immer
besser geworden.

Mittlerweile sind Fachaufsätze
und Seminararbeiten über die Auricher Aktivitäten im
Rahmen des International Newspaper Day geschrieben
worden, in lokalen und überregionalen Tageszeitungen,
Radio- und Fernsehberichten ist der spannende
Entstehungsprozeß einer englischsprachigen Tageszeitung
dargestellt worden, selbst von einem Spiegel-Reporter wurden
wir einen Tag lang beobachtet. Stolz sind die Schülerinnen
und Schüler jedesmal auf ihr fertiges Produkt, das in der
deutschen Zeitungslandschaft einmalig ist. Und wenn sie dann
noch, wie beim dritten Gewinn mit der Ausgabe vom März
1995, in der TIMES gelobt werden, haben sie auch guten Grund
dazu:
"The
international category was won by The Ulricianum Times,
from Gymnasium Ulricianum in Aurich, Germany, with a level
of English writing higher than many of the UK entries"
(Times Educational Supplement, 26. 5. 1995).
Der Computereinsatz spielt
bei diesem Projekt nicht die allerwichtigste Rolle.
Wichtiger sind: Anwendung der englischen Sprachkenntnisse,
interessante Artikel schreiben, Themen recherchieren und
darstellen, mit anderen zusammenarbeiten, graphische Fähigkeiten
entwickeln, Anzeigen akquirieren und vor allem: unter
Zeitdruck ergebnisorientiert arbeiten.
Mit unserer
10. Ausgabe vom 14. März 1997 haben wir zum vierten Mal
gewonnen: Die Preisverleihung fand am 9. Juni 1997 im
House of Commons statt, drei Schüler aus der AG nahmen
teil und mich freundlicherweise mit, super!
Die 12. Ausgabe
entstand in recht ruhiger Atmosphäre am 12. März 1998.
Viele neue Schülerinnen und Schüler, vor allem aus den 9.
und 10. Klassen, nahmen zum ersten Mal teil und überraschten
die beiden Lehrer durch ihre Professionalität. Völlig
erstaunt mußten beide zur Kenntnis nehmen, daß man eine
Zeitung auch streßfrei herstellen kann - nie waren wir so
früh fertig! Vielleicht lag das ja auch daran, daß Stefan
Schoone die Technik des Raumes super im Griff hatte (Dank für
Deine Arbeit dort, Stefan!).
Außerdem waren die ehemaligen Hauptaktivisten Heiko
Schill und Stephan
Adden (Abi 1996) plötzlich
einfach da und arbeiteten wie sonst auch profimäßig mit.
Per E-Mail erhielten wir Erfahrungen
von ehemaligen Redakteuren im englischsprachigen Ausland,
wo sie gerade studieren oder forschen. Damit entsteht so
langsam ein old boys' network der The Ulricianum
Times!
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Und was
die Profis am 12. 3. 1998 u. a. berichteten:

- Vierten
Sieg angepeilt
- Schülergruppe
des Ulricianums produzierte zwölfte Ausgabe
Die Schüler-Redaktion
entschied sich für Themen wie den Schüler-Terror am
Ulricianum, Theateraufführungen des Auricher
Gymnasiums, das Kirchenasyl in Sandhorst und das
Attentat auf Oberstaatsanwalt Schmidt.
Während die
Nachrichten aus aller Welt dem Internet und den
Agenturmeldungen entnommen wurden, stammten die
lokalen Themen aus der eigenen Feder der Schüler. Die
Teilnehmer der Englisch-Leistungskurse übersetzten
die Artikel ihrer Mitschüler. Daneben sandten "Ehemalige"
des Gymnasiums, die heute in den USA und Großbritannien
wohnen, Beiträge über ihr Leben fern des Ulricianums
ein.
Auch das Montieren der
Seiten übernahmen die Schüler selbst. Bei dieser
Arbeit griffen die jungen Leute aber nicht wie bei der
Recherche, dem Schreiben und dem Korrekturlesen auf
die Hilfe des Computers zurück, sondern sie
gestalteten ihre Zeitungsseiten in Handarbeit. Am
selbstgebauten Leuchttisch wurden die Artikel
geschnitten und auf Seitenspiegel aufgeklebt, die die
ON stellten. Gedruckt wurde dann beim Ostfriesischen
Pressedruck. Eintausend Exemplare der "Ulricianum
Times" werden heute am Ulricianum, in der
Innenstadt und in Auricher Buchläden zum Verkauf
angeboten.
Vor neun Jahren hatte
das Auricher Gymnasium erstmals an dem Wettbewerb der
Londoner Times teilgenommen und in fast jedem Jahr
erneut mitgemacht.
Drei Siegestitel
konnten die Auricher Schüler bereits einheimsen.
Mindestens drei frühere Ulricianum-Schüler haben bei
dem Zeitungsprojekt bereits "Blut geleckt":
zwei Ehemalige studieren derzeit Journalismus, ein
weiterer läßt sich zum Schriftsetzer ausbilden.
Ostfriesische
Nachrichten: 12. 3. 1998 (bol)
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